Umbau Siku Krampe Halfpipe-Muldenkipper (2871) HP20

In den folgenden Schritten zeigen wir euch, wie wir die recht schlichte Siku Krampe Kippmulde etwas aufmotzen und controlfähig machen.

Unsere Umbauanleitung ist kein „SO  muss das gemacht werden!“, sie soll nur als Anregung dienen. Bekanntlich führen viele Wege nach Rom und so gibt es auch bei dem Umbau sicherlich viele andere Varianten/Lösungen


Wichtig ist uns…

  1. Modell muss robust sein
  2. Der Spielspaßfaktor muss min. 100% erreichen.
  3. Alle beweglichen Teile sollen leichtgänig und ausreichend stabil sein.
  4. Optisch näher an der Original Kippmulde HP20. Allerdings nicht zu filigran, sonst bricht bei unserer Fahrweise auf der Baustelle zuviel ab 😉
  5. Alles nur mit gängigem Modellbauwerkzeug und leicht beschaffbaren Materialien. Ohne 3D Drucker, CNC Fräse, konventioneller Fräse…


Werkzeug welches u. a. verwendet wurde…

  • Multitool/Dremel/Proxxon o. ä. mit verschiedenen Fräserstiften (1,5-3mm)
  • Akku-Bohrmaschine mit Bohrer 0,8/1,5/1,8/3/4mm
  • Gewindeschneider M2.5
  • kleine Metallbügelsäge (PUK)
  • verschiedene Feilen, Schleifpapier, Schraubendreher, Bastelmesser…

Klebstoffe welche u. a. verwendet wurden…

  • Zweikomponenten-Epoxidharzklebstoff, transparent (UHU Plus Sofortfest)
  • Sekundenkleber
  • Plastikkleber

Material welches u. a. verwendet wurde…

  • Messingrohre in verschieden Längen mit Durchmesser innen 2/3/4mm, Durchmesser außen 1,5mm
  • Stück Poly-Platte 1mm, diverse Poly-Profile
  • Kieferholzleiste 3x3mm
  • Getriebemotor mit Winkelgetriebe 6V / 4 UPM und Plastikhalterung
  • Gewindestange M3
  • 8x Stellring 3,2mm
  • ca 8x Unterlegscheibe M3
  • 2x Mutter M3
  • 6x Mutter M2.5
  • 4x Schraube M2.5×6 Imbus
  • 2x Schraube M2.5×6 Senkkopf
  • Lackfarbe (1K Lack-Sprühdose) Krampe Rot / RAL7015 Steingrau / Grundierung Weiß

Den Getriebemotor mit Halterung und die Stellringe gibt es bei uns im Shop:

Link: Mini-Getriebemotor 6V 4 U/Min mit Halter

Link: Stellringe 3.2 mm

Die neuen Räder haben einen Außendurchmesser von 40,5mm und werden mit Felge (aus Resin) u. a. bei Farmmodels.nl im Onlineshop angeboten.

Messingrohre, Messingdraht, Federstahldraht, Kieferholz-Leiste, Poly-Platten und Profile, Klebstoffe usw. gibt es u.a. bei Architekturbedarf.de


Nun geht es aber los….

Schritt 1. Fahrgestell – Räder, Zugmaul und Mulde demontieren:

Die mit den Pfeilen markierten Nieten mit einem 3mm Bohrer aufbohren:

Die vier Nieten vorne dienen dazu, den vorderen Stempel auszubauen. Dieser wird später durch einen Eigenbau ersetzt. – Um es problemlos an- und abzubauen, werden durch die vier Nieten 1,8mm Löcher gebohrt und M2,5 Gewinde reingeschnitten. Am Gegenstück ggf. die Löcher auf 4mm aufbohren. Zur Befestigung passen gut 4x M2,5 x 6 Imbusschrauben mit jeweils einer Unterlegscheibe. (Leider ohne Fotos)

Anschließend die losen Teile vorsichtig entfernen und beiseite legen.

Nun mit einer kleinen Metallsäge die Achsen trennen und die Räder/Achsen entfernen.

NUR erforderlich, wenn auch neue Reifen/Felgen montiert werden sollen.

Die Halterung der Mulde am Fahrgestell auf beiden Seiten mit einem 4mm Bohrer vorsichtig  durchbohren. Mulde gut festhalten, dass sie sich nicht verschiebt.

Mulde vorsichtig entfernen. Achtung: Der Stempel vorne muss noch durch leichtes Drehen entfernt werden.

Schritt 2. Fahrgestell vorbereiten, Motorhalter einkleben:

Nachdem die Mulde entfernt wurde, die Halterung am Fahrgestell nochmal vorsichtig mit einem 4mm Bohrer durchbohren. Anschließend aus einem Stück Messingrohr (innen 3mm/außen 4mm) zwei Ringe absägen und als Buchse ins Fahrgestell eindrücken, ggf. mit einem Tropfen Sekundenkleber sichern.

Motorhalter bearbeiten:

Die rotmarkierten Halter absägen und glattfeilen. Beim Einkleben auf die Einbaurichtung achten, der gelbe Pfeil hilft bei der Orientierung 😉

Motorhalter einkleben:

Die markierte Innenseite des Fahrgestells flachfeilen. Dort wird der Motorhalter mittels 2-Komponentenkleber befestigt.

! Gut durchtrocknen lassen….  12-24 Stunden dürfen es schon sein !

Zwangsöffnung Heckklappe:

Da die Heckklappe per Zwangsöffnung bedient werden soll, muss zwischen den Reifen auf jeder Seite eine Befestigungsstange (Messingrohr dicke ca. 1,5mm) montiert werden.

Bohrung ausmessen, 1,5mm Loch bohren, Messingrohr einführen und mit 2K-Kleber fixieren. Das Messingrohr muss so lang sein, dass es etwas breiter ist als die Mulde (siehe Bilder).

Schritt 3.  Mulde anpassen:

a) Die aufgebohrte Originalhalterung etwas säubern und ein Messingrohr (innen 3 mm/außen  4mm)  mit 2K-Kleber einkleben. Länge des Messingrohres vorher ausmessen und drauf achten, dass es gerade eingeklebt wird. Immer wieder prüfen 😉

b) Die grünmarkierten Stellen müssen etwas mit einem Multitool abgefräst/geflext werden. Vorm Lackieren alles versäubern.

c) Um die Mulde mit dem Fahrgestell zu verbinden, eine M3 Gewindestange entsprechend ablängen. Auf einer Seite eine M3 Mutter mit Sekundenkleber oder Schraubensicherungslack befestigen. Ist die Montage der Mulde erfolgt, die Stange mit einer zweiten Mutter sichern.

Schritt 4.  Heckklappe anpassen:

Die Heckklappe entsprechend den Bildern anpassen. Innen muss ein Stück abgetrennt werden und der Haltenippel gegen ein 3mm Loch getauscht werden. Auf beiden Seiten!.

An der Mulde  das Loch ebenfalls auf 3mm aufbohren.

Des Weiteren kommen seitlich an die Heckklappe zwei Messingstangen (Durchmesser ca 1.5mm).  Diese dienen später zur Zwangsöffnung. Die Stangen müssen so lang sein, dass sie mit denen am Fahrgestell auf einer Linie sind.

Damit die Heckklappe leichtgängig geöffnet bzw. geschlossen werden kann, müssen die rotmarkierten, erhabenen Stellen abgeschliffen werden:

Befestigt wird die Heckklappe mit zwei M2.5 Senkkopfschrauben und einer Mutter.

Schritt 5. Reifen/Achsen montieren

Auf die Felgeninnenseite kleben wir eine Stellschraube, somit lassen sich die Räder später leicht an- und abbauen.

Glücklicherweise hat die Felge von Haus aus schon eine 2mm Bohrung, was die mittige Montage des Stellrings erheblich erleichtert.

Dazu ein Stück 2mm Messingrohr oder Draht ablängen und ein kürzeres Stück Messingrohr (innen 2mm/außen  3mm).  Nun das 2mm Stück in die Felge stecken, das Rohr drüber und dann den Stellring.

Wenn alles passt, den Zwischenraum Stellring/Felge mit 2K-Kleber vorsichtig ausfüllen. ACHTUNG: auf die Seite wo die Imbusschraube ist, KEINEN Kleber laufen lassen. Die Schraube muss frei bleiben.

Alles gut durchtrocknen lassen.

Ist alles gut getrocknet und fest, die Montagehilfe entfernen. Um besser an die Imbusschraube zu kommen, muss der gegenüberliegende Felgenrand abgeschliffen werden.

Für die endgültige Montage wird benötigt:

4x Stellring, 4x Messingrohr außen  3mm x ca. 22mm, 2x Messingrohr innen 3mm/außen  4mm, ggf. Unterlegscheiben M3.

Mittels Unterlegscheiben M3, kann man den Abstand erhöhen um die Räder etwas leichtgäniger zu machen.

Schritt 5. Hubstange mit Motor verbinden.

Damit die Mulde hochgedrückt werden kann, wird eine Hubstange bzw. ein Hebel benötigt. Wir haben mehrer kurze Messingrohre ineinandergesteckt und verklebt. Am dicken Ende ein 3mm Querloch (gelber Pfeil) gebohrt und ein M2,5 Gewinde (roter Pfeil) um den Hebel auf der Motorwelle zu befestigen.

Schritt 5. Änderungen am Heck 

Das Heck wurde mit einer Metallsäge abgetrennt (rote Linien). Die Kotflügel wurden abgeschliffen. Über den unteren Teil des Kotflügels (wo nun ein Loch ist) wurde ein dünnes Stück Poly geklebt und verschliffen (gelbe Pfeile).

Der Neuaufbau der Stoßstange (rote Pfeile) wurde aus 3x3mm Kiefernholzleiste gebastelt und mit 2K-Kleber angebracht.

Die Halter (gelbe Pfeile) für die Beleuchtung und das Kennzeichen sind aus einer kleinen, dünnen Polyplatte und dünnen Polystäben entstanden.

Schritt 6.  Fahrgestell und Mulde anschleifen, lackieren:

Das Fahrgestell und die Mulde mit 600er Schleifpapier anschleifen und säubern.

Zuerst grundieren, dann lackieren.

Hier das fertig lackierte Fahrgestell. Die  Felgen haben auch einen alufarbenen Anstrich und ein paar Details erhalten:

Und mit neuer Mulde 🙂

Nun erfolgt der Einbau der Elektronik. In unserem Fall kommt die Erdbaumulde hinter einen RC Traktor, weswegen der Motor nur noch einen Fahrregler (Spannungsbereich ab 6 V) benötigt. Betrieben wird der Motor dann mit 6-7,4 Volt aus dem Traktor.

Wenn der eingesetzte Motor an einem 3,7V Siku Control Modell betrieben werden soll, benötigt man noch einen kleinen Step-Up-Wandler, der die 3,7V Spannung auf max. 5 Volt erhöht. Nur so hat der Motor auch genug Kraft und eine gute Geschwindigkeit.

Link zum Step-Up-Wandler

Bei der Beleuchtung hat man viele Möglichkeiten.

Sind ALLE Arbeiten erledigt folgt der allerletzte Schritt – Die Verbindung für die Zwangsöffnung. Dazu muss ein Faden (oder Angelschnur, Nylonschnur o. ä.) auf beiden Seiten der Heckklappe zum Fahrgestell angebracht (geklebt) werden. (siehe grüner Strich – von Messingstange zu Messingstange).

Damit ist der Umbau abgeschlossen – das nächste Projekt kann kommen 😀

Hier ein paar Vorher-Nachher Bilder vom Fahrgestell: